Schweißdrüsenabsaugung

Schweißdrüsenabsaugung

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

Aus Erfahrung wissen wir, dass dem Entschluss zu einer Schweißdrüsenabsaugung meist ein langer Prozess der Entscheidungsfindung vorausgeht. Wir möchten Sie mit dieser Information zum einen über Ablauf, Möglichkeiten und Risiken der Operation informieren und Ihnen zum anderen eine Hilfestellung bieten, um Sie bei Ihrer Entscheidung optimal zu begleiten.

Hinweis: Bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden, ist ein weiterer Termin mit einer detaillierten Aufklärung erforderlich.

Um Risiken für Sie zu minimieren, ist es außerdem notwendig, ca. 3 Wochen vor jedem Eingriff eine Operations- und Narkosetauglichkeits-Untersuchung von einem Facharzt für Innere Medizin durchführen zu lassen. Dadurch können eventuelle Risikofaktoren vorab erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Indikationen
Operationsmöglichkeiten und -Ziele
Gibt es Alternativen?
Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen
Allgemeine Risiken bei allen Operationen
Eingriffsspezifische Risiken
Erfolgsaussichten
Was vor der Operation zu beachten ist
Postoperative Phase
Was nach der Operation zu beachten ist

Indikationen

Eine verstärkte Schweißsekretion in der Achsel ist der Ausdruck einer Fehlregulation des Körpers. Diese tritt unter anderem bei einer hormonellen Fehlsteuerung (z.B. Schilddrüse, Geschlechtshormone) oder auch bei neurologischen Erkrankungen auf, kann aber auch ohne körperliche Erkrankungen vorhanden sein. Vor allem das verstärkte Schwitzen im Achselbereich kann sehr unangenehm sein, da sich ständig Schweißränder an der Kleidung bilden und/oder bei starker Ausprägung eine Geruchsbelastung auftreten kann.


Operationsmöglichkeiten und -Ziele

Ziel der Behandlung ist es, die Schweißdrüsen in der Achsel zu entfernen bzw. zu reduzieren.

Eine Schweißdrüsenabsaugung kann stationär, tagesklinisch oder ambulant durchgeführt werden und erfolgt in Allgemeinnarkose, Lokalanästhesie oder Tumeszenzanästhesie mit oder ohne Dämmerschlaf.

Die Schweißdrüsenabsaugung verläuft ähnlich wie eine Fettabsaugung. Zunächst wird über kleine Einstichstellen eine Tumeszenzlösung (=lokales Betäubungsmittel und gefäßverengendes Medikament) unter die Haut eingespritzt. Anschließend werden die direkt unter der Oberfläche der Haut befindlichen Schweißdrüsen mit einer speziellen Absaugungskanüle soweit als möglich entfernt bzw. von der Unterfläche der Haut heruntergelöst.

Die Einstichstellen werden anschließend mit feinen Nähten vernäht und für 1-2 Tage erfolgt eine Kompression durch einen speziellen Verband.


Gibt es Alternativen?

Als Alternative kann eine Botoxinjektion durchgeführt werden, welche das Schwitzen komplett ausschaltet. Die Behandlung hat eine Wirkungsdauer von ca. 6 Monaten und kann danach jederzeit wiederholt werden.


Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen

Grundsätzlich laufen die meisten Operationen ohne Komplikationen ab. Jeder operative Eingriff wird mit größter Sorgfalt des behandelnden Arztes durchgeführt. Trotzdem kann kein Arzt absolute Risikofreiheit garantieren und Komplikationen können bei jedem Eingriff auftreten.


Allgemeine Risiken bei allen Operationen

  • Thrombosen und Embolien
  • Haut- und Weichteilschäden
  • Nachblutungen
  • Lagerungskomplikationen
  • Wundinfektionen/Wundheilungsstörungen
  • Narbenbildung
  • Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen
  • Durchblutungsstörungen

Eingriffsspezifische Risiken

  • Beeinträchtigung der Hautdurchblutung
  • Gefühlsstörungen der Haut
  • Lymphserome

Erfolgsaussichten

Durch die Schweißdrüsenabsaugung kann in der Regel eine beträchtliche Reduktion der Schweißsekretion in der Achsel erreicht werden. Reste der Schweißdrüsen können regenerieren, wodurch eine geringe Schweißsekretion wiederkommen kann. Die Reduktion der Schweißsekretion beträgt ca. 50-90% und entspricht dann im Allgemeinen der normalen Schweißsekretion der Achseln.

Meistens sind Patienten mit dem Ergebnis sehr zufrieden, eine Garantie für ein zufriedenstellendes Operationsergebnis kann jedoch auch bei erfolgreicher Operation nicht gegeben werden.


Was vor der Operation zu beachten ist

Blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Sintrom, etc. ) bzw. blutverdünnende Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) müssen ca. 2 Wochen vor Ihrem operativen Eingriff von Ihrem Hausarzt oder Ihrem Internisten abgesetzt und durch Heparinspritzen (niedermolekulare Heparine) ersetzt werden. Diese Heparinspritzen müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden. Ihr Operateur wird Ihnen mitteilen, wann die Medikation für die Blutgerinnung von ihrem Hausarzt oder Internisten auf Marcumar® oder Sintrom® zurückgestellt werden kann.

Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen zu einer Blutverdünnung, da sie Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylat enthalten. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), müssen mindestens 2 Wochen vor einer Operation abgesetzt werden, da eine einzige Tablette Ihre Blutstillung sehr negativ beeinflussen kann. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur, Hausarzt bzw. Internisten Rücksprache.

Wichtige Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente, Herzmittel, etc.) dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden. Ihr Arzt wird dann mit Ihnen besprechen, welche Medikamente wie lange vor und nach dem Eingriff abgesetzt, in der Dosis verändert oder durch andere ersetzt werden müssen.

Am Tag vor der Operation dürfen bei Durchführung in Allgemeinnarkose keine schwer verdaulichen (fetthaltigen) Nahrungsmittel gegessen werden. Findet die Operation am Morgen oder vormittags statt, darf nach dem Aufwachen in der Früh weder getrunken noch gegessen werden. Findet die Operation am Nachmittag statt, ist ein leichtes Frühstück erlaubt. Mindesten 6 Stunden vor dem geplanten Operationstermin darf jedoch nichts mehr gegessen oder getrunken werden.

Für den Fall, dass die Operation in lokaler Betäubung durchgeführt wird, können Sie auch vor der Operation leichte Kost zu sich nehmen. Auch klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee können eingenommen werden. Alkoholkonsum ist am Operationstag verboten.

Bitte verwenden Sie am Operationstag keine öligen Dusch- oder Badezusätze, sondern normale Seife oder Duschgel.

Gegebenenfalls ist eine Rasur im Bereich des Operationsgebietes notwendig, diese darf aber erst unmittelbar vor der Operation erfolgen. Ihr Arzt wird die genaue Vorgehensweise dafür mit Ihnen besprechen.

Generell sollten Sie sich aus hygienischen Gründen am Operationstag nicht mehr schminken sowie keine Gesichts-, Augen- und Körpercreme auftragen.

Wichtig: Aufgrund der Verbrennungsgefahr bei der Blutstillung müssen jegliche Körper-Piercings sowie Metall-Schmuck für die Zeit der Operation entfernt werden.

Bitte auch keine Wertgegenstände (Schmuck etc.) mitbringen, da hierfür keine Haftung übernommen wird.


Postoperative Phase

Die Wunden werden bis zur Nahtentfernung mit sterilen Verbänden bedeckt, die evt. durch Kompressions-Kleidung fixiert werden.

Grundsätzlich wird eine frühe Mobilisation angestrebt. Bei Durchführung in Allgemeinnarkose oder im Dämmerschlaf sollte am Tag der Operation das Verlassen des Bettes und ein Toilettengang nur mit Hilfe durchgeführt werden.

Das Nahtmaterial wird je nach Nahttechnik zwischen dem 7. und dem 10. Tag nach der Operation entfernt.

Um die Wundheilung zu gewährleisten beachten Sie bitte, dass der Verband ein Schutz für Ihre Wunde ist, und dieser nicht durch Reibung, Verschiebung oder dergleichen verändert werden darf. Eventuell wurde die Wunde zusätzlich durch Nahtpflaster (Steristrips) verklebt, um Spannung auf den Wundrändern zu vermeiden. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie der Verband gegebenenfalls zuhause zu wechseln ist.

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. Diese Veränderungen sollten Sie nicht beunruhigen, sie klingen innerhalb von wenigen Tagen ab, können in manchen Fällen aber über mehrere Wochen andauern.

Nach Eingriffen ist es normal, dass für eine gewisse Zeit eine Gefühlsminderung eingriffsspezifisch vorhanden ist, diese normalisiert sich meist nach einigen Monaten, selten können Restgefühlsstörungen zurückbleiben. Ihr Arzt wird Ihnen spezifische Informationen darüber erteilen.


Was nach der Operation zu beachten ist

Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Falls Sie unabhängig von Ihrer Operation Medikamente einnehmen müssen, ist es erforderlich, diese Einnahme mit Ihrem Arzt zu besprechen und ggf. die Dosierung zu ändern.

Nehmen Sie auch nach der Operation für 2 Wochen keine blutgerinnungshemmenden Medikamente (z.B. Marcumar®, Sintrom®, etc.) bzw. blutverdünnenden Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) und keine Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), ein. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur Rücksprache.

Duschen und Baden ist erst nach Entfernung des Nahtmaterials meist nach 1 Woche wieder erlaubt.

Vermeiden Sie in den ersten 4-8 Wochen jede Art von Hitze wie heiße Bäder, Sauna, Infrarotkabine, Solarium, Sonnenbäder etc.

Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn die Narben nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt. Narben können durch Gewand, Camouflage oder Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor Sonne geschützt werden.

Bitte klären Sie mit Ihrem Arzt ab, wann körperliche Tätigkeiten oder Sport wieder aufgenommen werden können.

Schwarzl Klinik

A-8301 Laßnitzhöhe, Hauptstraße 140
Tel.: +43/3133/6100, Fax: DW 6
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