Carpaltunnel-Release

Carpaltunnel-Release

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

Wir möchten Sie mit dieser Information zum einen über Ablauf, Möglichkeiten und Risiken der Operation informieren und Ihnen zum anderen eine Hilfestellung bieten, um Sie bei Ihrer Entscheidung optimal zu begleiten.

Hinweis: Bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden, ist ein weiterer Termin mit einer detaillierten Aufklärung erforderlich.

Um Risiken für Sie zu minimieren, ist es außerdem notwendig, ca. 3 Wochen vor jedem Eingriff eine Operations- und Narkosetauglichkeits-Untersuchung von einem Facharzt für Innere Medizin durchführen zu lassen. Dadurch können eventuelle Risikofaktoren vorab erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Indikationen
Operationsmöglichkeiten und -Ziele
Gibt es Alternativen?
Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen
Allgemeine Risiken bei allen Operationen
Eingriffsspezifische Risiken
Erfolgsaussichten
Was vor der Operation zu beachten ist
Postoperative Phase
Was nach der Operation zu beachten ist

Indikationen

Im Handgelenksbereich bilden die dort vorhandenen Handwurzelknochen einen relativ engen Kanal, in welchem Sehnen, Blutgefäße und Nerven verlaufen. Dieser Kanal ist zur Handflächenseite hin durch ein sehr straffes Bindegewebsband begrenzt. Durch Volumenvermehrung innerhalb des Handgelenkskanals – hervorgerufen durch Verletzungen und Geschwülste, in den meisten Fällen aber einfach durch eine Schwellung des Gewebes – kommt es zu einem Druck auf die im Handgelenkskanal verlaufenden Strukturen. Das Nervengewebe, im speziellen Fall der Nervus medianus, reagiert am empfindlichsten auf eine Druckerhöhung. Es treten Nervenleitungsstörungen auf. Diese äußern sich durch Gefühlsstörungen am 1. bis 3. Finger, Schmerzen in der Hand, die auf den Unterarm ausstrahlen können, und führen eventuell auch zu einer Muskelschwäche im Bereich des Daumenballens.


Operationsmöglichkeiten und -Ziele

Ziel des Eingriffes ist es, das straffe Handgelenksband (Ligamentum carpi transversum) zu durchtrennen und damit die Einengung des Nervs zu beseitigen.

Der Eingriff kann stationär, tagesklinisch oder ambulant durchgeführt werden und erfolgt in Allgemeinnarkose, Regionalanästhesie oder Lokalanästhesie mit oder ohne Dämmerschlaf.

Die Operation kann entweder endoskopisch oder offen erfolgen.

  • Für den endoskopischen Eingriff sind ein ca. 1 cm langer Hautschnitt im Bereich des
    Handgelenks sowie ein zweiter im Bereich der Mittelhand notwendig. Von diesen Zugängen erfolgt unter endoskopischer Kontrolle die Durchtrennung des straffen Handgelenksbandes.
  • Bei der offenen Operation erfolgt die Schnittführung entlang der Lebenslinie in der Hohlhand, mit geringgradiger Verlängerung auf das Handgelenk. Anschließend wird das Handgelenksband freigelegt und durchtrennt. Der Nerv kann danach inspiziert und eventuell auch von einengendem Bindegewebe befreit werden (Neurolyse).

carpaltunnel-release


Gibt es Alternativen?

Wenn die Beschwerden durch eine akut aufgetretene Verletzung mit einer Schwellung vorliegen, kann eine kurzfristige Schienenbehandlung zu einem Rückgang der Beschwerden führen.


Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen

Grundsätzlich laufen die meisten Operationen ohne Komplikationen ab. Jeder operative Eingriff wird mit größter Sorgfalt des behandelnden Arztes durchgeführt. Trotzdem kann kein Arzt absolute Risikofreiheit garantieren und Komplikationen können bei jedem Eingriff auftreten.


Allgemeine Risiken bei allen Operationen

  • Thrombosen und Embolien
  • Nachblutungen
  • Wundinfektionen/Wundheilungsstörungen
  • Allergien / Unverträglichkeitsreaktionen
  • Haut- und Weichteilschäden
  • Lagerungskomplikationen
  • Narbenbildung
  • Durchblutungsstörungen

Eingriffsspezifische Risiken

  • kein vollständiger Rückgang der Beschwerden
  • muskuläre Schwäche
  • Gefühlsstörungen

Erfolgsaussichten

Schmerzlinderung. Bei kurzem Krankheitsverlauf kommt es nach dem Eingriff zu einer vollständigen Rückbildung der Beschwerden. Bei längerem Krankheitsverlauf können zwar Restbeschwerden bestehen bleiben, meist ist jedoch eine deutliche Linderung erzielbar.


Was vor der Operation zu beachten ist

Blutgerinnungshemmende Medikamente (Marcumar, Sintrom, etc. ) bzw. blutverdünnende Medikamente (ThromboAss®, Plavix®, etc.) müssen ca. 2 Wochen vor Ihrem operativen Eingriff von Ihrem Hausarzt oder Ihrem Internisten abgesetzt und durch Heparinspritzen (niedermolekulare Heparine) ersetzt werden. Diese Heparinspritzen müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden. Ihr Operateur wird Ihnen mitteilen, wann die Medikation für die Blutgerinnung von ihrem Hausarzt oder Internisten auf Marcumar® oder Sintrom® zurückgestellt werden kann.

Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen zu einer Blutverdünnung, da sie Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylat enthalten. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), müssen mindestens 2 Wochen vor einer Operation abgesetzt werden, da eine einzige Tablette Ihre Blutstillung sehr negativ beeinflussen kann. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur, Hausarzt bzw. Internisten Rücksprache.

Wichtige Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente, Herzmittel etc.) dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden. Ihr Arzt wird dann mit Ihnen besprechen, welche Medikamente wie lange vor und nach dem Eingriff abgesetzt, in der Dosis verändert oder durch andere ersetzt werden müssen.

Am Tag vor der Operation dürfen bei Durchführung in Allgemeinnarkose keine schwer verdaulichen (fetthaltigen) Nahrungsmittel gegessen werden. Findet die Operation am Morgen oder vormittags statt, darf nach dem Aufwachen in der Früh weder getrunken noch gegessen werden. Findet die Operation am Nachmittag statt, ist ein leichtes Frühstück erlaubt. Mindesten 6 Stunden vor dem geplanten Operationstermin darf jedoch nichts mehr gegessen oder getrunken werden.

Für den Fall, dass die Operation in lokaler Betäubung durchgeführt wird, können Sie auch vor der Operation leichte Kost zu sich nehmen. Auch klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee können eingenommen werden. Alkoholkonsum ist am Operationstag verboten.

Bitte verwenden Sie am Operationstag keine öligen Dusch- oder Badezusätze, sondern normale Seife oder Duschgel.

Generell sollten Sie sich aus hygienischen Gründen am Operationstag nicht mehr schminken sowie keine Gesichts-, Augen- und Körpercreme auftragen.

Wichtig: Aufgrund der Verbrennungsgefahr bei der Blutstillung müssen jegliche Körper-Piercings sowie Metall-Schmuck für die Zeit der Operation entfernt werden.

Bitte auch keine Wertgegenstände (Schmuck etc.) mitbringen, da hierfür keine Haftung übernommen wird.


Postoperative Phase

Die Wunden werden bis zur Nahtentfernung mit sterilen Verbänden bedeckt.

Unmittelbar nach der Operation ist es wichtig, die Hand nicht hinunterhängen zu lassen, da es sonst zu Schwellungen kommt. In der Nacht ist es ratsam, die Hand auf einem Polster hoch zu lagern.

Grundsätzlich wird eine frühe Mobilisation angestrebt. Bei Durchführung in Allgemeinnarkose oder Lokalanästhesie mit Dämmerschlaf sollte am Tag der Operation das Verlassen des Bettes und ein Toilettengang nur mit Hilfe durchgeführt werden.

Abhängig von der Ausgangssituation, von Vorerkrankungen sowie vom Umfang der Operation kann das Thromboserisiko erhöht sein. Dadurch ist es notwendig, für 5-10 Tage eine Thromboseprophylaxe durchzuführen. Je nach Dosierung kann das Blutungsrisiko dadurch erhöht sein, bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Art und Dauer der Thromboseprophylaxe.

Für den Fall, das ein Wunddrain verwendet wurde, wird dieses normalerweise zwischen dem 1. und 2.Tag entfernt, das Nahtmaterial, je nach Nahttechnik, zwischen dem 12. und dem 14. Tag nach der Operation gezogen.

Ab dem Zeitpunkt der Drain-Entfernung sollte mit Nervengleitübungen begonnen werden, um ein Verkleben des Nervs im Carpalkanal zu verhindern.

Um die Wundheilung zu gewährleisten beachten Sie bitte, dass der Verband ein Schutz für Ihre Wunde ist, und dieser nicht durch Reibung, Verschiebung oder dergleichen verändert werden darf. Eventuell wurde die Wunde zusätzlich durch Nahtpflaster (Steristrips) verklebt, um Spannung auf den Wundrändern zu vermeiden. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie der Verband gegebenenfalls zuhause zu wechseln ist.

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. Diese Veränderungen sollten Sie nicht beunruhigen, sie klingen innerhalb von wenigen Tagen ab, können in manchen Fällen aber über mehrere Wochen andauern.

Nach Eingriffen ist es normal, dass für eine gewisse Zeit eine Gefühlsminderung eingriffsspezifisch vorhanden ist, diese normalisiert sich meist nach einigen Monaten, selten können Restgefühlsstörungen zurückbleiben. Ihr Arzt wird Ihnen spezifische Informationen darüber erteilen.


Was nach der Operation zu beachten ist

Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Falls Sie unabhängig von Ihrer Operation Medikamente einnehmen müssen, ist es erforderlich, diese Einnahme mit Ihrem Arzt zu besprechen und ggf. die Dosierung zu ändern.

Nehmen Sie auch nach der Operation für 2 Wochen keine blutgerinnungshemmenden Medikamente (z.B. Marcumar®, Sintrom®, etc.) bzw. blutverdünnenden Medikamente (ThromboAss®, Plavix®, etc.) und keine Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), ein. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur Rücksprache.

Duschen und Baden ist erst nach Entfernung des Nahtmaterials wieder erlaubt.

Vermeiden Sie in den ersten 4-8 Wochen jede Art von Hitze wie heiße Bäder, Sauna, Infrarotkabine, Solarium, Sonnenbäder etc.

Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn die Narben nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt. Narben können durch Gewand, Camouflage oder Sonnencremen mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor Sonne geschützt werden.

Die Hand darf nach der Operation nicht belastet werden, das heißt festes Angreifen von Gegenständen oder Heben von Lasten ist zu vermeiden. Eine Bewegung der Finger ohne Kraftanstrengung ist erlaubt bzw. auch sinnvoll. Mit einer stärkeren Belastung der Hand kann je nach Schnittführung nach 2 bis 3 Wochen begonnen werden.

Bitte klären Sie mit Ihrem Arzt ab, wann körperliche Tätigkeiten oder Sport wieder aufgenommen werden können.

Schwarzl Klinik

A-8301 Laßnitzhöhe, Hauptstraße 140
Tel.: +43/3133/6100, Fax: DW 6
office@schwarzlklinik.at

Sommer
Mo. - Do. 09.00 bis 16.00 Uhr
Fr. 09.00 bis 14.00 Uhr

Winter
Mo. - Do. 08.00 bis 16.30 Uhr
Fr. 08.00 bis 14.00 Uhr

sowie nach telefonischer Vereinbarung

Beratungsoffice Wien

A-1010 Wien, Elisabethstraße 22
Tel.: +43/1/5854030

Termine nach telefonischer Vereinbarung.

Anfrage

Sie haben Fragen oder wünschen mehr Informationen? Einfach Kontaktformular ausfüllen und absenden. Wir behandeln Ihre Anfrage mit größt möglicher Diskretion und für Sie vollkommen unverbindlich.

Bitte beachten Sie, dass mit * gekennzeichnete Felder ausgefüllt werden müssen.