Bauchdeckenstraffung / Abdominoplastik

Bauchdeckenstraffung /...

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

Aus Erfahrung wissen wir, dass dem Entschluss zu einer Bauchdeckenstraffung Bauchstraffung meist ein langer Prozess der Entscheidungsfindung vorausgeht. Wir möchten Sie mit dieser Information zum einen über Ablauf, Möglichkeiten und Risiken der Operation informieren und Ihnen zum anderen eine Hilfestellung bieten, um Sie bei Ihrer Entscheidung optimal zu begleiten.

Hinweis: Bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden, ist ein weiterer Termin mit einer detaillierten Aufklärung erforderlich.

Um Risiken für Sie zu minimieren, ist es außerdem notwendig, ca. 3 Wochen vor jedem Eingriff eine Operations- und Narkosetauglichkeits-Untersuchung von einem Facharzt für Innere Medizin durchführen zu lassen. Dadurch können eventuelle Risikofaktoren vorab erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Indikationen
Operationsmöglichkeiten und -Ziele
Gibt es Alternativen?
Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen
Allgemeine Risiken bei allen Operationen
Eingriffsspezifische Risiken
Erfolgsaussichten
Was vor der Operation zu beachten ist
Postoperative Phase
Was nach der Operation zu beachten ist

Indikationen

Die Möglichkeit einer Bauchdeckenstraffung ergibt sich in der Regel durch eine Erschlaffung der Hautweichteile am Bauch nach Schwangerschaft und/oder Gewichtsabnahme. Auch genetisch bedingt kann es zu stärkerem Nachlassen der Hautelastizität und zu einem Gewebsüberschuss, der sogar ein schürzenförmiges Ausmaß erreichen kann, kommen. Bei einem Zustand nach Schwangerschaft ist die Hautweichteilerschlaffung oft begleitet von Einrissen in der Bindegewebsschicht der Haut, diese bezeichnet man als Schwangerschafts- oder Dehnungsstreifen - auch Striae genannt. Die gerade Rektusmuskulatur kann in der Mittellinie auseinanderweichen (Rektusdiastase), wodurch sich der Bauch oft in der Mitte zelt- oder ballonförmig vorwölbt.

Ein Haut- und Gewebsüberschuss kann entweder nur im Unterbauch, oder sowohl im Unter- als auch im Oberbauch bestehen, bei starker Gewichtsabnahme sogar bis in die Flanken reichen. Zusätzlich kann eine mehr oder weniger ausgeprägte Verdickung der Fettschicht vorliegen.

Eine Bauchdeckenstraffung sollte erst dann vorgenommen werden, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und bei einer Gewichtsreduktion das „haltbare“ Gewicht erreicht ist.


Operationsmöglichkeiten und -Ziele

Ziel der Bauchdeckenstraffung oder Bauchstraffung ist es, eine Straffung des gesamten Bauches zu erreichen, überschüssiges Fett zu entfernen und eine eventuelle Rektusdiastase oder einen Bruch zu verschließen.

Eine Bauchdeckenstraffung kann stationär, tagesklinisch, selten auch ambulant durchgeführt werden. In der Regel ist mit dem Eingriff ein stationärer Aufenthalt oder ein betreuter Aufenthalt von einem oder mehreren Tagen verbunden.

Meist wird die Operation in Allgemeinnarkose durchgeführt, in speziellen Fällen kann auch eine Lumbalanästhesie mit Dämmerschlaf möglich sein.

Bei der Bauchstraffung wird der Nabel umschnitten, die erschlafften Haut- und Gewebsanteile vom Nabel abwärts am Unterbauch bis zum Beckenkamm beidseits entfernt, die Hautweichteile am Oberbauch abgehoben, eine eventuelle Rektusdiastase oder einen Bruch verschlossen, die abgehobenen Hautweichteile nach unten gezogen. Schwangerschaftsstreifen können, soweit sie innerhalb des entfernten Hautareals liegen, entfernt werden. Falls auch die muskuläre Bauchdecke (Rektusdiastase) erschlafft ist oder ein Bruch vorliegt, kann dies durch innere, die Muskel vereinigende Nähte (Mayoplastik) behoben werden oder ein Bruch verschlossen werden.

Techniken der Bauchdeckenstraffung:

  • Klassische Bauchdeckenstraffung mit querer Hautnarbe (Abb.1):
    Die Schnittführung erfolgt oberhalb der Schambehaarung und von dort nach außen. Der Nabel wird umschnitten, damit er später in den nach unten gestrafften Hautweichteilmantel eingenäht werden kann. Die überschüssigen Haut- und Weichteile werden am Unterbauch entfernt und danach die Hautweichteile des Bauches bis zum Rippenbogen hin sorgfältig mobilisiert. Bei Bedarf kann dann auch die muskuläre Bauchdecke durch Zusammenfügen der zwei auseinander gewichenen geraden Bauchmuskeln verstärkt werden. Der Nabel bleibt in seiner ursprünglichen Position und wird in der hinuntergezogenen, gestrafften Haut neu fixiert. Bei Vorliegen einer verdickten Fettschicht am Bauch kann diese durch Liposuktion im gleichen Eingriff reduziert werden.
  • Mini-Abdominoplastik:
    Falls nur eine kleine Straffung des Unterbauches notwendig ist, kann der Hautschnitt am Unterbauch wesentlich kürzer geplant werden. Dabei wird ein kleines Hautareal am Unterbauch entfernt, der Nabel wird bei dieser Methode nicht versetzt.
  • Bauchdeckenplastik mit alternativer Schnittführung (Abb. 2):
    Alternative Schnittführung wären in Abhängigkeit von der Ausgangssituation und von bestehenden Narben von Voroperationen auch vertikal (bei extremer Gewichtsreduktion) oder seltenst in Bauchmitte möglich.
  • Bauchhochzugplastik (Abb. 3):
    Falls sich der Hautüberschuss vermehrt im Oberbauch befindet, kann auch eine Schnittführung unterhalb der Brust mit Hochzug der erschlafften Hautweichteile erfolgen.
  • Abdominoplastik nach Avelar:
    Bei dieser Technik wird die Fettschicht des gesamten Bauches durch Fettabsaugung ausgedünnt. Anschließend wird nur die Haut ohne die darunter liegende Fettschicht entfernt und gestrafft.

Abschließend wird ein Wunddrain zur Ableitung von Wundsekret (Bluterguss, Wundflüssigkeit) eingelegt, der operative Zugang mit feinen Nähten verschlossen.

Die Auswahl der Operationsmethode ergibt sich aus der anatomischen Situation und den bestehenden Veränderungen am Bauch.

Bauchdeckenstraffung

 


Gibt es Alternativen?

Bei einer stärkeren Fettansammlung im Unterhautfettgewebe kommt als Alternative evt. eine Fettabsaugung in Frage. Eine geringe Hauterschlaffung kann evt. auch durch eine Fettabsaugung aufgehoben werden, da im Fettgewebe kleine Vernarbungen entstehen, welche zu einer Schrumpfung der Haut führen. Ein größerer Hautüberschuss, Schwangerschaftsstreifen oder eine schlaffe muskuläre Bauchdecke (Rektusdiastase) können allerdings nur durch eine Bauchdeckenstraffung korrigiert werden. Ihr Arzt wird Sie beraten welche Methode zielführend ist.

Muskeltraining, gezielte Massagen, Lymphdrainagen können zwar zu einer minimalen Verbesserung des Wohlbefindens führen, aber erschlafftes Gewebe und übermäßig vorliegende Fettpolster, Dehnungsstreifen, eine Hernie oder eine Rektusdiastase nicht beseitigen.


Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen

Grundsätzlich laufen die meisten Operationen ohne Komplikationen ab. Jeder operative Eingriff wird mit größter Sorgfalt des behandelnden Arztes durchgeführt. Trotzdem kann kein Arzt absolute Risikofreiheit garantieren und Komplikationen können bei jedem Eingriff auftreten.


Allgemeine Risiken bei allen Operationen

  • Thrombosen und Embolien
  • Haut- und Weichteilschäden
  • Nachblutungen
  • Lagerungskomplikationen
  • Wundinfektionen/Wundheilungsstörungen
  • Narbenbildung
  • Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen
  • Durchblutungsstörungen

Eingriffsspezifische Risiken

  • Wundheilungsstörungen im Nahtbereich
  • Verletzung innerer Organe
  • Durchblutungsstörungen der Haut, Hautnekrose
  • Aufreißen der Wunde
  • Durchblutungsstörungen am Nabel
  • Serombildungen
  • Gefühlsminderungen
  • Narben
  • Bürzelbildungen
  • Hautunregelmäßigkeiten
  • Fettgewebsnekrosen

Nur bei großvolumigen Fettabsaugungen im Bauch- und Flankenbereich:

  • Hautunregelmäßigkeiten
  • Flüssigkeitsverlust
  • Fettembolie
  • Pneumothorax

Erfolgsaussichten

Bei der Bauchdeckenstraffung/Abdominoplastik kommt es zu einer Verbesserung der Bauchkontur, der Bauch erscheint wieder straff, und ein Großteil der Schwangerschaftsstreifen ist entfernt. Eine evt. Rektusdiastase ist beseitigt oder ein Bruch verschlossen.

Eine Veränderung ist postoperativ sofort sichtbar, das endgültige Ergebnis kann jedoch erst nach ca. 3 Monaten beurteilt werden.

Meistens sind Patienten mit dem Ergebnis sehr zufrieden, eine Garantie für ein zufriedenstellendes Operationsergebnis kann jedoch auch bei erfolgreicher Operation nicht gegeben werden.


Was vor der Operation zu beachten ist

Blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Sintrom, etc. ) bzw. blutverdünnende Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) müssen ca. 2 Wochen vor Ihrem operativen Eingriff von Ihrem Hausarzt oder Ihrem Internisten abgesetzt und durch Heparinspritzen (niedermolekulare Heparine) ersetzt werden. Diese Heparinspritzen müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden. Ihr Operateur wird Ihnen mitteilen, wann die Medikation für die Blutgerinnung von ihrem Hausarzt oder Internisten auf Marcumar® oder Sintrom® zurückgestellt werden kann.

Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen zu einer Blutverdünnung, da sie Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylat enthalten. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), müssen mindestens 2 Wochen vor einer Operation abgesetzt werden, da eine einzige Tablette Ihre Blutstillung sehr negativ beeinflussen kann. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur, Hausarzt bzw. Internisten Rücksprache.

Wichtige Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente, Herzmittel, etc.) dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden. Ihr Arzt wird dann mit Ihnen besprechen, welche Medikamente wie lange vor und nach dem Eingriff abgesetzt, in der Dosis verändert oder durch andere ersetzt werden müssen.

Am Tag vor der Operation dürfen bei Durchführung in Allgemeinnarkose keine schwer verdaulichen (fetthaltigen) Nahrungsmittel gegessen werden. Findet die Operation am Morgen oder vormittags statt, darf nach dem Aufwachen in der Früh weder getrunken noch gegessen werden. Findet die Operation am Nachmittag statt, ist ein leichtes Frühstück erlaubt. Mindesten 6 Stunden vor dem geplanten Operationstermin darf jedoch nichts mehr gegessen oder getrunken werden.

Für den Fall, dass die Operation in lokaler Betäubung durchgeführt wird, können Sie auch vor der Operation leichte Kost zu sich nehmen. Auch klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee können eingenommen werden. Alkoholkonsum ist am Operationstag verboten.

Rauchen reduziert die Durchblutung des Gewebes und kann daher die Wundheilung verzögern, bzw. Wundheilungsstörungen hervorrufen. Dies kann zu einem schlechteren ästhetischen Ergebnis führen. Sie müssen daher schon mindestens 2 Wochen vor der Operation und für mindestens 4 Wochen danach auf das Rauchen verzichten.


Postoperative Phase

Die Wunden werden bis zur Nahtentfernung mit sterilen Verbänden bedeckt, die durch einen Kompressions-Verband fixiert werden.

Bei sehr zeitaufwändigen Straffungsoperationen kann in manchen Fällen das Einlegen eines Blasenkatheters für kurze Zeit notwendig sein.

Nach der Operation ist es notwendig, mit erhöhtem Oberkörper und leicht angewinkelten Beinen zu schlafen. Beim Aufrichten sollten Sie sich nicht durchstrecken, um eine Spannung auf die Nähte zu verhindern.

Grundsätzlich wird eine frühe Mobilisation angestrebt. Bei Durchführung in Allgemeinnarkose oder im Dämmerschlaf sollte am Tag der Operation das Verlassen des Bettes und ein Toilettengang nur mit Hilfe durchgeführt werden und Sie dürfen ihren Bauch nicht ganz durchstrecken und nicht pressen.

Abhängig von der Ausgangssituation, von Vorerkrankungen sowie vom Umfang der Operation kann das Thromboserisiko erhöht sein. Dadurch ist es notwendig, für 5-10 Tage eine Thromboseprophylaxe durchzuführen. Je nach Dosierung kann das Blutungsrisiko dadurch erhöht sein, bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Art und Dauer der Thromboseprophylaxe.

Für den Fall, das ein Wunddrain verwendet wurde, wird dieses normalerweise zwischen dem 1. und 7. Tag entfernt, das Nahtmaterial, je nach Nahttechnik, zwischen dem 10. und dem 14. Tag nach der Operation gezogen.

Um die Wundheilung zu gewährleisten beachten Sie bitte, dass der Verband ein Schutz für Ihre Wunde ist, und dieser nicht durch Reibung, Verschiebung oder dergleichen verändert werden darf. Eventuell wurde die Wunde zusätzlich durch Nahtpflaster (Steristrips) verklebt, um Spannung auf den Wundrändern zu vermeiden. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie der Verband gegebenenfalls zuhause zu wechseln ist.

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. Diese Veränderungen sollten Sie nicht beunruhigen, sie klingen innerhalb von wenigen Tagen ab, können in manchen Fällen aber über mehrere Wochen andauern.

Nach Eingriffen ist es normal, dass für eine gewisse Zeit eine Gefühlsminderung eingriffsspezifisch vorhanden ist, diese normalisiert sich meist nach einigen Monaten, selten können Restgefühlsstörungen zurückbleiben. Ihr Arzt wird Ihnen spezifische Informationen darüber erteilen.


Was nach der Operation zu beachten ist

Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Falls Sie unabhängig von Ihrer Operation Medikamente einnehmen müssen, ist es erforderlich, diese Einnahme mit Ihrem Arzt zu besprechen und ggf. die Dosierung zu ändern.

Nehmen Sie auch nach der Operation für 2 Wochen keine blutgerinnungshemmenden Medikamente (z.B. Marcumar®, Sintrom®, etc.) bzw. blutverdünnenden Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) und keine Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), ein. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur Rücksprache.

Eine Kompressionsbekleidung muss je nach Umfang der Operation 4-12 Wochen getragen werden.

Duschen und Baden ist erst nach Entfernung des Nahtmaterials wieder erlaubt.

Vermeiden Sie in den ersten 4-8 Wochen jede Art von Hitze wie heiße Bäder, Sauna, Infrarotkabine, Solarium, Sonnenbäder etc.

Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn die Narben nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt. Narben können durch Gewand, Camouflage oder Sonnencremen mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor Sonne geschützt werden.

Unterlassen Sie bitte jegliche Art von körperlichen Tätigkeiten oder Sport, bei denen die Bauchmuskulatur angespannt wird oder ein Zug auf die Narben entsteht für mindestens 6 Wochen! Falls zusätzlich eine Rektusdiastase korrigiert wurde (Raffung der Bauchmuskulatur) ist eine Anstrengung der Bauchmuskulatur (Sport, Heben von schweren Lasten, etc.) für 12 Wochen zu unterlassen.

Schwarzl Klinik

A-8301 Laßnitzhöhe, Hauptstraße 140
Tel.: +43/3133/6100, Fax: DW 6
office@schwarzlklinik.at

Sommer
Mo. - Do. 09.00 bis 16.00 Uhr
Fr. 09.00 bis 14.00 Uhr

Winter
Mo. - Do. 08.00 bis 16.30 Uhr
Fr. 08.00 bis 14.00 Uhr

sowie nach telefonischer Vereinbarung

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Tel.: +43/1/5854030

Termine nach telefonischer Vereinbarung.

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