Ohrkorrektur / Otoplastik

 Ohrkorrektur / Otoplastik

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

Aus Erfahrung wissen wir, dass dem Entschluss zu einer Ohrkorrektur meist ein langer Prozess der Entscheidungsfindung vorausgeht. Wir möchten Sie mit dieser Information zum einen über Ablauf, Möglichkeiten und Risiken der Operation informieren und Ihnen zum anderen eine Hilfestellung bieten, um Sie bei Ihrer Entscheidung optimal zu begleiten.

Hinweis: Bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden, ist ein weiterer Termin mit einer detaillierten Aufklärung erforderlich.

Um Risiken für Sie zu minimieren, ist es außerdem notwendig, ca. 3 Wochen vor jedem Eingriff eine Operations- und Narkosetauglichkeits-Untersuchung von einem Facharzt für Innere Medizin durchführen zu lassen. Dadurch können eventuelle Risikofaktoren vorab erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Indikationen
Operationsmöglichkeiten und -Ziele
Gibt es Alternativen?
Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen
Allgemeine Risiken bei allen Operationen
Eingriffsspezifische Risiken
Erfolgsaussichten
Was vor der Operation zu beachten ist
Postoperative Phase
Was nach der Operation zu beachten ist

Indikationen

Die normale Form des Ohres ist bestimmt durch eine dreidimensionale Wölbung des Ohrmuschelknorpels. Angeboren können einzelne Knorpelteile zu groß bzw. die Wölbungen zu wenig oder gar nicht ausgeprägt sein, wodurch das Ohr übermäßig vom Kopf abstehen kann.

Vor allem bei Kindern können deformierte oder stark abstehende Ohren zu psychischen und sozialen Problemen führen, daher werden Ohrkorrekturen meist im Kindesalter durchgeführt. Da das Wachstum der Ohrmuschel in der Regel nach dem 5. Lebensjahr abgeschlossen ist, gilt das Vorschulalter als guter Zeitpunkt für die Operation. Der Eingriff kann aber auch beim Erwachsenen durchgeführt werden.


Operationsmöglichkeiten und -Ziele

Ziel der Ohrkorrektur ist es, durch verschiedene Operationstechniken dem Ohr bzw. dem Ohrläppchen eine natürliche Form und Größe zu verleihen.

Die Ohrkorrektur kann ambulant, tagesklinisch oder stationär durchgeführt werden. Der Eingriff wird in Allgemeinnarkose oder Lokalanästhesie mit oder ohne Dämmerschlaf durchgeführt.

Heute werden zur Ohrkorrektur verschiedene Methoden für die Knorpelformung, zur Hautüberschussentfernung und zur Nahttechnik verwendet und gegebenenfalls kombiniert.

Bei allen Methoden wird ein Hautschnitt durchgeführt, der Ohrknorpel dargestellt und verändert und ein eventueller Hautüberschuss entfernt.Je nach anatomischen Gegebenheiten können folgende Korrekturen vorgenommen werden:

  • Korrektur abstehender Ohren mit fehlender Ohrknorpelkrümmung (Anthelix):
    Hier wird über einen Hautschnitt an der Rückseite des Ohres der Ohrknorpel von hinten freigelegt. Durch Anschleifen, Ritzung oder Entfernung von Knorpelteilen wird der Knorpel geschwächt, um eine Krümmung an der richtigen Stelle zu erleichtern und danach neu geformt. Die neu entstandene Krümmung wird durch bleibende Nähte am Knorpel gehalten (Nahttechnik nach Mustardé). Ist der Winkel zwischen Ohrmuschelknorpel und Kopf zu groß, kann eventuell die Ohrmuschel zusätzlich durch bleibende Nähte nach hinten fixiert werden.
  • Korrektur abstehender Ohren ohne fehlende Ohrknorpelkrümmung:
    Ist der Winkel zwischen Ohrmuschelknorpel und Kopf zu groß, wird über einen Hautschnitt an der Rückseite des Ohres der Ohrmuschelknorpel (Concha) dargestellt. Überschüssiger Knorpel wird eventuell beseitigt und anschließend wird der Conchaknorpel durch bleibende Nähte zum Knochen hin nach hinten fixiert.
  • Andere Methode:
    Bei Vorliegen eines Knorpelüberschusses (hyperplastische Deformierung) oder/und zu großer Ohrmuschel kann durch Knorpelentfernung und/oder Verschiebung von Knorpelhautteilen eine neue gewünschte Form erzielt werden, die ihr Arzt ihnen genau skizzieren wird.
  • Korrektur von Schädigungen durch Ohrgehänge, Piercings etc. / Ohrläppchenplastik
    Eingerissene oder zu große Ohrläppchen können durch Resektion der Narbe oder des Überschusses in eine normale Größe gebracht werden.
    Die Form und Größe des Ohrläppchens kann durch Resektion von Ohrläppchen-Anteilen verändert werden. Die genaue Schnittführung wird Ihnen Ihr Arzt erklären.

Nach Einlegen eines kleines Wunddrains (außer bei Ohrläppchen Korrekturen) wird der Zugang mit feinen Nähten verschlossen und verbunden.

Am Ende der Operation wird ein weicher, turbanähnlicher Verband angelegt, damit werden Nachblutungen und Blutergüsse verhindert und die Form des korrigierten Ohres wird stabilisiert.

Ohrkorrektur


Gibt es Alternativen?

Es gibt keine Alternativen zur operativen Korrektur abstehender Ohren.


Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen

Grundsätzlich laufen die meisten Operationen ohne Komplikationen ab. Jeder operative Eingriff wird mit größter Sorgfalt des behandelnden Arztes durchgeführt. Trotzdem kann kein Arzt absolute Risikofreiheit garantieren und Komplikationen können bei jedem Eingriff auftreten.


Allgemeine Risiken bei allen Operationen

  • Thrombosen und Embolien
  • Haut- und Weichteilschäden
  • Nachblutungen
  • Lagerungskomplikationen
  • Wundinfektionen/Wundheilungsstörungen
  • Narbenbildung
  • Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen

Eingriffsspezifische Risiken

  • Durchspießen oder Abstoßen von Nähten, Fadenfisteln, Fadengranulome
  • Druckstellen durch Verband
  • Gefühlsstörungen
  • Formveränderungen des Ohres
  • Entzündungen des Ohrknorpels
  • Asymmetrien
  • Verlagerung des Haaransatzes
  • Kantenbildung
  • Vernarbungen des Unterhautfettgewebes

Erfolgsaussichten

Durch den operativen Eingriff können in der Regel ein natürlicher Winkel zwischen Kopf und Ohr hergestellt und speziell bei Kindern seelische Beeinträchtigungen vermieden werden. Es ist anzumerken, dass auch bei nicht korrigierten Ohren in den seltensten Fällen eine komplette Symmetrie vorhanden ist.

Das Ergebnis ist nach Abschwellung sofort sichtbar. Das langfristige Ergebnis ist erst nach 6 Wochen beurteilbar.

Meistens sind Patienten mit dem Ergebnis sehr zufrieden, eine Garantie für ein zufriedenstellendes Operationsergebnis kann jedoch auch bei erfolgreicher Operation nicht gegeben werden.


Was vor der Operation zu beachten ist

Blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Sintrom, etc. ) bzw. blutverdünnende Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) müssen ca. 2 Wochen vor Ihrem operativen Eingriff von Ihrem Hausarzt oder Ihrem Internisten abgesetzt und durch Heparinspritzen (niedermolekulare Heparine) ersetzt werden. Diese Heparinspritzen müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden. Ihr Operateur wird Ihnen mitteilen, wann die Medikation für die Blutgerinnung von ihrem Hausarzt oder Internisten auf Marcumar® oder Sintrom® zurückgestellt werden kann.

Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen zu einer Blutverdünnung, da sie Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylat enthalten. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), müssen mindestens 2 Wochen vor einer Operation abgesetzt werden, da eine einzige Tablette Ihre Blutstillung sehr negativ beeinflussen kann. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur, Hausarzt bzw. Internisten Rücksprache.

Wichtige Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente, Herzmittel, etc.) dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden. Ihr Arzt wird dann mit Ihnen besprechen, welche Medikamente wie lange vor und nach dem Eingriff abgesetzt, in der Dosis verändert oder durch andere ersetzt werden müssen.

Am Tag vor der Operation dürfen bei Durchführung in Allgemeinnarkose keine schwer verdaulichen (fetthaltigen) Nahrungsmittel gegessen werden. Findet die Operation am Morgen oder vormittags statt, darf nach dem Aufwachen in der Früh weder getrunken noch gegessen werden. Findet die Operation am Nachmittag statt, ist ein leichtes Frühstück erlaubt. Mindesten 6 Stunden vor dem geplanten Operationstermin darf jedoch nichts mehr gegessen oder getrunken werden.

Für den Fall, dass die Operation in lokaler Betäubung durchgeführt wird, können Sie auch vor der Operation leichte Kost zu sich nehmen. Auch klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee können eingenommen werden. Alkoholkonsum ist am Operationstag verboten.

Bitte verwenden Sie am Operationstag keine öligen Dusch- oder Badezusätze, sondern normale Seife oder Duschgel.

Vor der Operation sollten Sie die Haare waschen und ein weiches, breites Stirnband besorgen.

Generell sollten Sie sich aus hygienischen Gründen am Operationstag nicht mehr schminken sowie keine Gesichts-, Augen- und Körpercreme auftragen.

Wichtig: Aufgrund der Verbrennungsgefahr bei der Blutstillung müssen jegliche Körper-Piercings sowie Metall-Schmuck für die Zeit der Operation entfernt werden.

Bitte auch keine Wertgegenstände (Schmuck etc.) mitbringen, da hierfür keine Haftung übernommen wird.


Postoperative Phase

Die Wunden werden postoperativ mit sterilen Verbänden bedeckt, die durch eine weiche Kompressions-Binde fixiert werden. Meist kann dieser Verband am 1.oder2. postoperativen Tag durch ein weiches Stirnband ausgetauscht werden.

Nach der Operation ist es wichtig Anstrengungen zu vermeiden und sich nicht zu bücken, mit leichter Oberkörperhochlage zu schlafen und Druck auf die Ohren zu vermeiden.

Grundsätzlich wird eine frühe Mobilisation angestrebt. Bei Durchführung in Allgemeinnarkose oder Dämmerschlaf sollte am Tag der Operation das Verlassen des Bettes und ein Toilettengang nur mit Hilfe durchgeführt werden.

Abhängig von der Ausgangssituation, von Vorerkrankungen sowie vom Umfang der Operation kann das Thromboserisiko erhöht sein. Dadurch ist es notwendig, für 5-10 Tage eine Thromboseprophylaxe durchzuführen. Je nach Dosierung kann das Blutungsrisiko dadurch erhöht sein, bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Art und Dauer der Thromboseprophylaxe.

Das evt. eingelegte Wunddrain wird gewöhnlich am 1. oder 2. Tag nach der Operation, das Nahtmaterial wird je nach Nahttechnik zwischen dem 10. und dem 14. Tag nach der Operation entfernt.

Um die Wundheilung zu gewährleisten beachten Sie bitte, dass der Verband ein Schutz für Ihre Wunde ist, und dieser nicht durch Reibung, Verschiebung oder dergleichen verändert werden darf. Eventuell wurde die Wunde zusätzlich durch Nahtpflaster (Steristrips) verklebt, um Spannung auf den Wundrändern zu vermeiden. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie der Verband gegebenenfalls zuhause zu wechseln ist.

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. Diese Veränderungen sollten Sie nicht beunruhigen, sie klingen innerhalb von wenigen Tagen ab, können in manchen Fällen aber über mehrere Wochen andauern.


Was nach der Operation zu beachten ist

Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Falls Sie unabhängig von Ihrer Operation Medikamente einnehmen müssen, ist es erforderlich, diese Einnahme mit Ihrem Arzt zu besprechen und ggf. die Dosierung zu ändern.

Nehmen Sie auch nach der Operation für 2 Wochen keine blutgerinnungshemmenden Medikamente (z.B. Marcumar®, Sintrom®, etc.) bzw. blutverdünnenden Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) und keine Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), ein. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur Rücksprache.

Der Verband kann meist nach 1-2 Tagen gegen ein weiches Stirnband ausgetauscht werden.

Das Haarewaschen ist nach der Nahtentfernung möglich.

Vermeiden Sie in den ersten 4-8 Wochen jede Art von Hitze wie heiße Bäder, Sauna, Infrarotkabine, Solarium, Sonnenbäder etc.

Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn die Narben nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt. Narben können durch Gewand, Camouflage oder Sonnencremen mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor Sonne geschützt werden.

Bitte klären Sie mit Ihrem Arzt ab, wann körperliche Tätigkeiten oder Sport wieder aufgenommen werden können.

Schwarzl Klinik

A-8301 Laßnitzhöhe, Hauptstraße 140
Tel.: +43/3133/6100, Fax: DW 6
office@schwarzlklinik.at

Sommer
Mo. - Do. 09.00 bis 16.00 Uhr
Fr. 09.00 bis 14.00 Uhr

Winter
Mo. - Do. 08.00 bis 16.30 Uhr
Fr. 08.00 bis 14.00 Uhr

sowie nach telefonischer Vereinbarung

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