Kinnkorrektur / Kinnplastik

 Kinnkorrektur / Kinnplastik

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

Aus Erfahrung wissen wir, dass dem Entschluss zu einer Kinnkorrektur meist ein langer Prozess der Entscheidungsfindung vorausgeht. Wir möchten Sie mit dieser Information zum einen über Ablauf, Möglichkeiten und Risiken der Operation informieren und Ihnen zum anderen eine Hilfestellung bieten, um Sie bei Ihrer Entscheidung optimal zu begleiten.

Hinweis: Bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden, ist ein weiterer Termin mit einer detaillierten Aufklärung erforderlich.

Um Risiken für Sie zu minimieren, ist es außerdem notwendig, ca. 3 Wochen vor jedem Eingriff eine Operations- und Narkosetauglichkeits-Untersuchung von einem Facharzt für Innere Medizin durchführen zu lassen. Dadurch können eventuelle Risikofaktoren vorab erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Indikationen
Operationsmöglichkeiten und -Ziele
Gibt es Alternativen?
Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen
Allgemeine Risiken bei allen Operationen
Eingriffsspezifische Risiken
Erfolgsaussichten
Was vor der Operation zu beachten ist
Postoperative Phase
Was nach der Operation zu beachten ist

Indikationen

Das Profil des Gesichtes ist wesentlich von der Form des Kinns beeinflusst. Ein zu gering ausgeprägtes („fliehendes“) Kinn kann die Proportionen genauso stören wie ein zu stark vorstehendes Kinn. Im Idealfall stehen Stirn, Lippen und Kinn auf einer Ebene. Wenn dies nicht der Fall ist, kann die Harmonie des Gesichtes beeinträchtigt sein. Ziel der Operation ist es ein Gleichgewicht der Gesichtsproportionen durch Veränderung von Form und/oder Größe des Kinns herzustellen.

Bei zu gering ausgeprägtem („fliehendem“) Kinn kann die Kinnkontur durch Einbringen eines Implantates oder durch Korrektur des Knochens verstärkt und bei zu stark ausgeprägtem Kinn kann durch Knochenabtragung eine Profilkorrektur erreicht werden.


Operationsmöglichkeiten und -Ziele

Ziel der Kinnkorrektur ist, die Herstellung eines ästhetischen Gesamtbildes und ein Gleichgewicht der Proportionen zu schaffen, das dem persönlichen und individuellen Empfinden entspricht.

Bei zu gering ausgeprägtem ("fliehendem") Kinn kann durch Einbringen eines Implantates oder durch Korrektur des Knochens die Kinnkontur verstärkt werden. Bei zu stark ausgeprägtem Kinn kann durch Knochenabtragung eine Profilkorrektur durchgeführt werden.

Die Operation kann stationär, tagesklinisch oder ambulant erfolgen. Meist wird der Eingriff in Allgemeinnarkose durchgeführt, bei weniger umfangreichen Eingriffen kann aber auch eine Lokalanästhesie mit oder ohne Dämmerschlaf erfolgen.

Je nach Ausprägung der Formveränderung des Kinnes sind unterschiedliche Operationsschritte und Vorgehensweisen notwendig. Ihr Arzt wird Ihnen anhand einer Skizze die genauen operativen Schritte erklären:

  • Korrektur eines zurückliegenden (fliehenden) Kinnes
  • Korrektur eines vorstehendes Kinnes
  • Korrektur eines zu kleines Kinnes
  • Korrektur eines zu großes Kinnes
  • Korrektur eines schiefen Kinnes

Folgende Operationszugänge sind möglich:

  • mit einem Schnitt unterhalb des Kinns, die entstehende Narbe liegt später Schatten des Kinns und ist daher normalerweise später kaum sichtbar.
  • über einen Schnitt im Mund, wodurch keine äußere Narbe vorhanden ist.

Je nach Verformung des Kinns wird folgende Korrektur vorgenommen:

  • Kinn-Korrektur durch Auflagerung (Abb.1):
    • von Kunstmaterial (z.B. Silikonimplantat, Hydroxylapatit etc.)
    • von Knochen aus dem Kieferbereich
    • von Knochen einer anderen Körperstelle (z.B. Beckenknochen)
    • von Knorpel
    • von Biomaterial (Fremdgewebe)
  • Knöcherne Kinnkorrektur mit
    • Verlagerung eines Knochenstücks (Abb. 2):
      Dabei wird der untere Teil des Kinnknochens freigelegt und dann abgetrennt, nach vorne     verschoben und mit einer kleinen Metallplatte in der vorgelagerten Position befestigt.
      Bei zu stark ausgeprägtem Kinn kann entweder eine Abtragung des Knochens oder eine Knochenverschiebung nach hinten notwendig sein.
    • Resektion eines Knochenstücks (Abb. 1)
      Durch die Entnahme eines Knochenkeils aus dem unteren Drittel des Kinns kann sowohl die Kinnhöhe und/oder die Projektion (Vorstehen) des Kinns verringert werden. Eine eventuell entstehende Spalte kann mit geeignetem körpereigenen Material (Knochen) oder Fremdmaterial gefüllt werden. Dann wird das untere Knochenstück mit einer kleinen Metallplatte am verbliebenen Knochen befestigt.

Meist wird vor dem Vernähen des Zugangs eine Drainage zur Ableitung von Blut und Wundsekret eingelegt. Der operative Zugang wird dann durch feine Nähte verschlossen.
Danach wird in den meisten Fällen ein Tapeverband angelegt, der die erzielte Kinnform sichert.
Das Einheilen eines Implantates dauert ca. 3-6 Wochen. Bei einer knöchernen Korrektur dauert es ca. 6-8 Wochen, bis der Knochen stabil verheilt ist.

Kinnkorrektur


Gibt es Alternativen?

Geringe Veränderungen der Kinnform können durch injizierbare Materialien (Faltenfüller, Hyaluronsäure, ...) durchgeführt werden.


Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen

Grundsätzlich laufen die meisten Operationen ohne Komplikationen ab. Jeder operative Eingriff wird mit größter Sorgfalt des behandelnden Arztes durchgeführt. Trotzdem kann kein Arzt absolute Risikofreiheit garantieren und Komplikationen können bei jedem Eingriff auftreten.


Allgemeine Risiken bei allen Operationen

  • Thrombosen und Embolien
  • Nachblutungen
  • Wundinfektionen/Wundheilungsstörungen
  • Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen
  • Haut- und Weichteilschäden
  • Lagerungskomplikationen
  • Narbenbildung

Eingriffsspezifische Risiken

  • Gefühlsstörungen
  • Infektion in der Implantattasche
  • Abstoßungsreaktionen
  • Verrutschen eines Implantates
  • Zahn(wurzel)schäden
  • Formveränderungen

Erfolgsaussichten

Durch die Kinnkorrektur gelingt es in der Regel, eine Symmetrie der Gesichtskontur zu erzielen. Wichtig ist dabei aber die vorherige Erarbeitung der gewünschten Kinngröße, die jedoch nicht immer millimetergenau mit dem Ergebnis übereinstimmen kann. Das endgültige Ergebnis kann nach zwei Monaten beurteilt werden.

Meistens sind Patienten mit dem Ergebnis sehr zufrieden, eine Garantie für ein zufriedenstellendes Operationsergebnis kann jedoch auch bei erfolgreicher Operation nicht gegeben werden.


Was vor der Operation zu beachten ist

Blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Sintrom, etc. ) bzw. blutverdünnende Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) müssen ca. 2 Wochen vor Ihrem operativen Eingriff von Ihrem Hausarzt oder Ihrem Internisten abgesetzt und durch Heparinspritzen (niedermolekulare Heparine) ersetzt werden. Diese Heparinspritzen müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden. Ihr Operateur wird Ihnen mitteilen, wann die Medikation für die Blutgerinnung von ihrem Hausarzt oder Internisten auf Marcumar® oder Sintrom® zurückgestellt werden kann.

Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen zu einer Blutverdünnung, da sie Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylat enthalten. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), müssen mindestens 2 Wochen vor einer Operation abgesetzt werden, da eine einzige Tablette Ihre Blutstillung sehr negativ beeinflussen kann. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur, Hausarzt bzw. Internisten Rücksprache.

Wichtige Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente, Herzmittel, etc.) dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden. Ihr Arzt wird dann mit Ihnen besprechen, welche Medikamente wie lange vor und nach dem Eingriff abgesetzt, in der Dosis verändert oder durch andere ersetzt werden müssen.

Am Tag vor der Operation dürfen bei Durchführung in Allgemeinarkose keine schwer verdaulichen (fetthaltigen) Nahrungsmittel gegessen werden. Findet die Operation am Morgen oder vormittags statt, darf nach dem Aufwachen in der Früh weder getrunken noch gegessen werden. Findet die Operation am Nachmittag statt, ist ein leichtes Frühstück erlaubt. Mindesten 6 Stunden vor dem geplanten Operationstermin darf jedoch nichts mehr gegessen oder getrunken werden.

Für den Fall, dass die Operation in lokaler Betäubung durchgeführt wird, können Sie auch vor der Operation leichte Kost zu sich nehmen. Auch klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee können eingenommen werden. Alkoholkonsum ist am Operationstag verboten.

Bitte verwenden Sie am Operationstag keine öligen Dusch- oder Badezusätze, sondern normale Seife oder Duschgel.

Gegebenenfalls ist eine Rasur im Bereich des Operationsgebietes notwendig, diese darf aber erst unmittelbar vor der Operation erfolgen. Ihr Arzt wird die genaue Vorgehensweise dafür mit Ihnen besprechen.

Generell sollten Sie sich aus hygienischen Gründen am Operationstag keine Gesichts-, Augen- und Körpercreme auftragen sowie sich evt. nicht mehr schminken.

Wichtig: Aufgrund der Verbrennungsgefahr bei der Blutstillung müssen jegliche Körper-Piercings sowie Metall-Schmuck für die Zeit der Operation entfernt werden.

Bitte auch keine Wertgegenstände (Schmuck etc.) mitbringen, da hierfür keine Haftung übernommen wird.


Postoperative Phase

Postoperativ wird oft ein stabilisierender Tape-Verband mit speziellen Pflasterstreifen angelegt, welcher für einige Tage verbleibt. Bitte verändern Sie nicht eigenmächtig den Verband, der das Kinn schützt und stabilisiert!

Zur Formung des Kinnes wird in der Regel eine spezielle Bandage getragen.

Bei Schnittführung im Mund ist dieser täglich mit desinfizierenden Lösungen und Salbeitee zu spülen, um Infektionen zu vermeiden. Feste und saure Speisen sollten für einige Tage nicht eingenommen werden.

Schlafen Sie in der ersten Zeit nach der Operation möglichst in Oberkörperhochlage.

Das weite Öffnen des Mundes führt zu Spannungen im Operationsbereich, bitte seien Sie daher vorsichtig beim Zähneputzen.

Grundsätzlich wird eine frühe Mobilisation angestrebt. Bei Durchführung in Allgemeinnarkose oder im Dämmerschlaf sollte am Tag der Operation das Verlassen des Bettes und ein Toilettengang nur mit Hilfe durchgeführt werden.

Abhängig von der Ausgangssituation, von Vorerkrankungen sowie vom Umfang der Operation kann das Thromboserisiko erhöht sein. Dadurch ist es notwendig, für 5-10 Tage eine Thromboseprophylaxe durchzuführen. Je nach Dosierung kann das Blutungsrisiko dadurch erhöht sein, bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Art und Dauer der Thromboseprophylaxe.

Für den Fall das ein Wunddrain verwendet wurde, wird dies normalerweise zwischen dem 1. und dem 2. Tag entfernt, das Nahtmaterial, je nach Nahttechnik, zwischen dem 10. und dem 14. Tag nach der Operation entfernt.

Um die Wundheilung zu gewährleisten beachten Sie bitte, dass der Verband ein Schutz für Ihre Wunde ist, und dieser nicht durch Reibung, Verschiebung oder dergleichen verändert werden darf. Eventuell wurde die Wunde zusätzlich durch Nahtpflaster (Steristrips) verklebt, um Spannung auf den Wundrändern zu vermeiden. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie der Verband gegebenenfalls zuhause zu wechseln ist.

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. Diese Veränderungen sollten Sie nicht beunruhigen, sie klingen innerhalb von wenigen Tagen ab, können in manchen Fällen aber über mehrere Wochen andauern.

Nach Eingriffen ist es normal, dass für eine gewisse Zeit eine Gefühlsminderung eingriffsspezifisch vorhanden ist, diese normalisiert sich meist nach einigen Monaten, selten können Restgefühlsstörungen zurückbleiben. Ihr Arzt wird Ihnen spezifische Informationen darüber erteilen.

Was nach der Operation zu beachten ist

Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Falls Sie unabhängig von Ihrer Operation Medikamente einnehmen müssen, ist es erforderlich, diese Einnahme mit Ihrem Arzt zu besprechen und ggf. die Dosierung zu ändern.

Nehmen Sie auch nach der Operation für 2 Wochen keine blutgerinnungshemmenden Medikamente (z.B. Marcumar®, Sintrom®, etc.) bzw. blutverdünnenden Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) und keine Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), ein. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur Rücksprache.

Waschen der Operationsregion ist erst nach Entfernung der Nähte erlaubt.

Vermeiden Sie in den ersten 4-8 Wochen jede Art von Hitze wie heiße Bäder, Sauna, Infrarotkabine, Solarium, Sonnenbäder etc.

Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn die Narben nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt. Narben können durch Gewand, Camouflage oder Sonnencremen mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor Sonne geschützt werden.

In den ersten 14 Tagen ist körperliche Anstrengung und Sport zu vermeiden, auch Bücken, schweres Heben etc. ist nicht erlaubt. Weiters müssen Sie dafür Sorge tragen, dass Sie in den ersten sechs bis acht Wochen keinen Stoß gegen das Kinn bekommen.

Schwarzl Klinik

A-8301 Laßnitzhöhe, Hauptstraße 140
Tel.: +43/3133/6100, Fax: DW 6
office@schwarzlklinik.at

Sommer
Mo. - Do. 09.00 bis 16.00 Uhr
Fr. 09.00 bis 14.00 Uhr

Winter
Mo. - Do. 08.00 bis 16.30 Uhr
Fr. 08.00 bis 14.00 Uhr

sowie nach telefonischer Vereinbarung

Beratungsoffice Wien

A-1010 Wien, Elisabethstraße 22
Tel.: +43/1/5854030

Termine nach telefonischer Vereinbarung.

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